Englisches Zivilrecht
Solicitor & Barrister  

Unterschiede zwischen englischem und deutschem Recht – Was deutschsprachige Mandanten wissen sollten:

 

 

 

 

 


 


 

 

 

 

1. Common Law vs. Civil Law – zwei völlig unterschiedliche Rechtssysteme

 

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen englischem Recht und deutschem Recht liegt in der Rechtsquelle:

England folgt dem Common Law, einem System, das stark von Gerichtsentscheidungen (Case Law) geprägt ist. Urteile höherer Gerichte haben bindende Wirkung und beeinflussen die Auslegung von Gesetzen maßgeblich.

Deutschland verwendet das Civil Law, also ein kodifiziertes Rechtssystem mit detaillierten gesetzlichen Regelungen, etwa im BGB und im HGB.

 

Für Mandanten bedeutet das: Im englischen Recht spielen Präzedenzfälle eine zentrale Rolle, wohingegen im deutschen Recht Gesetze im Vordergrund stehen.

 

 

2. Vertragsrecht: Mehr Freiheit – aber auch mehr Verantwortung

 

Englische Verträge sind in der Regel ausführlicher, weil im Common Law weniger gesetzliche Leitlinien existieren.


Typische Merkmale englischer Verträge sind:

  • sehr detaillierte Regelungen
  • weniger zwingende Vorschriften
  • Vertragsfreiheit mit starkem Fokus auf dem Wortlaut

Im Vergleich dazu enthalten deutsche Verträge häufig weniger Klauseln, da gesetzliche Regelungen wie §§ 305 ff. BGB oder allgemeine Schuldrechtsnormen Lücken schließen.

Für deutsche Unternehmen ist es daher wichtig, englische Verträge nicht nach deutschem Maßstab zu interpretieren.

 

3. Gesellschaftsrecht: Flexible Strukturen in England

Beliebt ist in England die Limited (Ltd.), die schnell und unkompliziert gegründet werden kann.
Im deutschen Recht dagegen gilt für Kapitalgesellschaften wie die GmbH:

  • strenges Stammkapital
  • notarielle Gründung
  • höhere formale Anforderungen


Wer grenzüberschreitend tätig ist, sollte sich bewusst sein, dass die rechtliche Verantwortlichkeiten und die Haftung je nach Jurisdiktion unterschiedlich geregelt sind.

 

 

4. Prozessrecht: Höhere Kosten und andere Verfahrensstrukturen

Gerichtsverfahren in England unterscheiden sich erheblich:

Kostenrisiko: Prozesskosten können deutlich höher sein.

Disclosure: Parteien müssen umfangreiche Beweise offenlegen.

Keine Amtsaufklärungspflicht: Die Parteien tragen die Beweisführung allein.

Im deutschen Zivilprozess dagegen gilt:

  • strafferes Verfahren
  • geringere Kosten
  • stärkere prozessuale Strukturierung durch das Gericht

Mandanten sollten diese Unterschiede kennen, bevor sie in England klagen oder sich verteidigen.

 

 

5. Warum eine spezialisierte englische Rechtsberatung für deutsche Mandanten wichtig ist

Wer sich im englischen Recht sicher bewegen will, braucht einen Anwalt, der:

  • englisches und deutsches Recht versteht,
  • kulturelle und sprachliche Unterschiede überbrücken kann,
  • Vertragsrisiken nach beiden Rechtssystemen einschätzen kann.

 

Besonders wichtig ist dies für:

deutschsprachige Unternehmen mit Geschäftspartnern in Großbritannien

  • deutsche Investoren
  • Expats oder Privatpersonen mit rechtlichen Anliegen in England
  • Mandanten, die englische Verträge prüfen oder verhandeln müssen

 

Das englische und deutsche Recht unterscheiden sich in Aufbau, Rechtsquellen und rechtlicher Praxis erheblich. Wer im britischen Rechtsraum agiert, sollte sich frühzeitig professionell beraten lassen, um rechtliche und wirtschaftliche Risiken zu vermeiden.

 

Eine qualifizierte englische Rechtsberatung auf Deutsch schafft Klarheit und Sicherheit – und ermöglicht es Mandanten, fundierte Entscheidungen zu treffen.

 

Haben Sie fragen zum Englischen Recht? Rufen Sie ans unter 030/26546080 oder schreiben Sie uns eine Email: d.godbersen@anwaltskanzlei-godbersen.de

 

Dennis Godbersen ist auch als Englischer Anwalt tätig.

 

 

 

Die Unterschiede zwischen englischem und deutschem Recht sind für viele Mandanten größer, als es auf den ersten Blick scheint. Wer geschäftlich oder privat in Großbritannien tätig ist, Verträge mit englischen Partnern schließt oder eine rechtliche Auseinandersetzung in England führen muss, steht oft vor komplexen Fragen. Eine qualifizierte englische Rechtsberatung für deutschsprachige Mandanten ist daher entscheidend, um Risiken zu minimieren und rechtssichere Entscheidungen zu treffen.

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